Ruprechtsviertel

19 Ruprechtstiege

Ruprechtsstiege
 

zwischen Ruprechtsplatz und Morzinplatz

In der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts ereignete sich am Nordrand des Römerlagers Vindobona ein Hangrutsch, der durch den Hochwasser führenden darunter liegenden Donauarm (etwas innenstadtnäher und breiter als der heutige Donaukanal) verursacht wurde und Teile des Lagers vernichtete. Die dabei entstandene Geländekante ist heute noch bei der Ruprechtsstiege erkennbar (aber auch bei der Fischerstiege und Maria am Gestade.

Die 1827 nach dem Abriss des "Praghauses" (in dem das k.u.k. Salzamt untergebracht war, an das heute das gleichnamige Restaurant erinnert) angelegte Stiege erhielt ihren Namen nach der benachbarten Ruprechtskirche, der ältesten bestehenden Kirche Wiens. Sie entstand wahrscheinlich um 800 als Salzburger Gründung (der Hl. Rupert ist Schutzpatron der Salzschiffer und der Erzdiözese Salzburg) und wurde 1200 erstmals urkundlich erwähnt. Unterhalb der Kirche befand sich die Anlegestelle der Salzschiffer aus dem Salzkammergut.

Die Ruprechtskirche war ursprünglich Bestandteil jener kleinen nachrömischen Siedlung, die um den Berghof (am Hohen Markt) die Keimzelle Wiens bilden sollte. Für den Unterbau der Ruprechtskirche wurde zum Teil noch vorhandenes römisches Mauerwerk benutzt, die ältesten heute sichtbaren Teile des einzigen erhaltenen romanischen Sakralbaus in Wien stammen aus dem 11. Jahrhundert. Die eher dörflich anmutende Kirche erfuhr u.a. im Barock zahlreiche Veränderungen, vor allem aber wurde sie im Laufe der Zeit von den angrenzenden Gebäuden überragt und eingeschlossen, Anfang des 19. Jahrhunderts auch zum Donaukanal hin.

Nach der Zerstörung der donaukanalseitigen Häuser im März des Jahres 1945 entschloss man sich, den Platz zwischen Ruprechtskirche und Ruprechtsstiege nicht mehr zu verbauen.

Ruprechtsstiege 2007

  2007