Ruprechtsviertel

1 Ruprechtskirche
Ruprechtskirche, Annemarie Kospach

Die Ruprechtskirche ist die älteste Kirche der Stadt Wien, sie liegt auch in deren ältestem Teil, auf dem Gebiet des römischen Vindobona.

Nach dem Untergang Vindobonas erhielten sich innerhalb der römischen Mauern kleinere Siedlungen, eine davon um die Ruprechtskirche.

Nach der Überlieferung wurde die Ruprechtskirche von Cunald und Gisalrich, zwei Gefährten des Kirchenpatrones, der bis ca. 715 als Bischof in Salzburg wirkte, im Jahre 740 gegründet. Rupert (Attribut: Salzfaß) ist Schutzpatron der Salzschiffer und der Erzdiözese Salzburg. Kirchen, die dem hl. Rupert geweiht sind, sind daher meist Salzburger Gründungen. In Wien hatte Salzburg nur zwischen 796 und 829, bevor Wien dem Bistum Passau zugesprochen wurde, Einfluß. Die wahrscheinlichste Zeit der Gründung liegt also in dieser Zeit.

Die erste urkundliche Erwähnung der Ruprechtskirche, die aber nicht auf die Gründungszeit eingeht, erfolgte 1200, sie wird als die älteste Pfarrkirche Wiens bezeichnet.

Hier ein Ausschnitt aus dem “Fürstenbuch” von Jans dem Enikel, etwa aus dem Jahre 1280, siehe auch unter Berghof. Das Fürstenbuch bezieht sich auf das 11.Jahrhundert.

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Fürstenbuch St Ruprecht 1

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Fürstenbuch St Ruprecht 2

Die Ruprechtskirche nahe beim Hohen Markt am Ende der Judengasse wird oft als älteste Kirche Wiens bezeichnet. Dies ist aber bis dato eine umstrittene Tatsache, da die Fundamente der Peterskirche genauso alt oder gar noch älter sein könnten. Auch unter dem Stephansdom wurden bei Ausgrabungen Gräber gefunden, welche zum Friedhof einer unbekannten Kirche gehören könnten, die bereits bestanden hatte, bevor man um 1137 mit dem Bau des Doms begonnen hatte, welcher die Ruprechtskirche in der Funktion als Stadtkirche abgelöst hat. Ein Schriftstück von Johann Lazius besagt, dass die Gründung der Ruprechtskirche im Jahre 740 stattgefunden hat, möglicherweise durch den Erzbischof Virgil von Salzburg. Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche stammt aus dem Jahre 1161. Es war dies ein einfacher Saalbau mit Turm an der Westfassade. Die ursprünglich romanische Apsis wurde im 13. Jrh. im gotischen Stil erneuert. Im 15. Jrh. errichtete man das südliche Seitenschiff. Die Kirche hat kaum schmückende Elemente, weder im Inneren noch am Äusseren. Etwas ganz Besonderes ist das mittlere Chorfenster, das die einizgen erhaltenen romanischen Glasmalereien Wiens zeigt, welche aus dem 12. Jrh. stammen.

Romanisches Glasfenster

Einige barocke Umbauten wurden im 17. Jrh. vorgenommen. Die Namensgebung der Kirche hat folgende Bedeutung: Nach den Awarenkriegen war Wien Salzburg einverleibt worden. St. Ruprecht war der erste Bischof von Salzburg und zugleich der Gründer des dortigen Klosters St. Peter. Er gilt seither als Patron der Salzschiffer und der Stadt Salzburg. Sein Nachfolger hiess Vitalis.
Heute befindet sich in der Ruprechtskirche ein Schrein mit dessen Reliquien. Es war ein Geschenk der Kaiserin Maria Theresia. Man findet zudem vor der Kirche – leicht versteckt – eine Statue des St. Ruprecht, der ein Salzfass in der Hand hält. Ferner war Salz im Mittelalter eine wichtige Handelsware. In der Ruprechtskirche, die man auch als Markthalle benutzte, wurde Salz an die Einzelhändler verkauft. Nachdem die Stadtbrände viele umliegende Häuser zerstört hatten und diese abgebrochen und neu gebaut werden mussten, drohte auch der Ruprechtskirche als einziger romanischer Sakralbau Wiens der Abriss. Eine gewisse Frau Elisabeth Ernst bat Kaiser Franz um die Erhaltung der Kirche und erhielt dessen Zustimmung und dazu Subventionsgelder für eine Renovation (mit freundlicher Genehmigung aus  http://planet-vienna.com/  übernommen).

Siehe auch Ruprechtsstiege und Ruprechtsplatz.
 

                                             weitere detaillierte Informationen sind hier direkt abzufragen:                                                http://www.ruprechtskirche.at/guided_tour/de-tour.htm